Mittwoch, 9. Juli 2014

mmm 10* - Rok

Auf den aller aller letzten Drücker möchte ich mich gern noch in den letzten mmm vor der Sommerpause einreihen.

Ich stelle meinen neuen Rock vor aus der Knipmode 09/2013, Mod. 14. Es ist ein Teil einer möglichen Kombination. Die Jacke liegt bereits zugeschnitten hier (mod. 13) - fertig wird sie mit definitiver Sicherheit erst nach unserem Urlaub, denn der geht am Samstag los.

Deshalb packe ich auch gern meinen Koffer mit Catherine, die eine zauberhafte Auswahl getroffen hat.

Etwas schade, dass ich die Jacke nicht mitnehmen kann, da in Dänemark - wo wir hin reisen werden - ja bekanntlich immer ein klitzekleines Lüftchen weht.

Der Stoff ist ein Baumwollstoff, ein gaaanz dünner Jeans-artiger Stoff. Blau ist eigentlich gar nicht mein Ding, hab mich aber ganz plump vom genähten Knipmodell und zwei Reststücken von Karsta*t inspirieren und überreden lassen. Schick, legerer (weil ohne klassischem Kragen)Jacken-Schnitt in dünnem Jeans konnte ich mir für mich ganz gut vorstellen. 




Ich bin ein wenig unsicher, ob hier die Länge des Rocks schon stimmig ist, trotzdem ich diese Midi-Länge (?) sehr mag. Abschneiden möchte ich aber erst, wenn die Jacke dazu fertig ist. 



Der Bund ist relativ schmal. Ich habe ihn innen wieder mit einem Einfassband versäubert. Ich finde, dass knubbelt weniger. 



Den Saum habe ich knallhart abgesteppt(anders als bei meinem schönen Kleid, da habe ich unsichtbar handversäumt!). Und das auch noch in Seegrasgrün! Ich hatte kein passendes Garn mehr...
Dafür ist mir diesmal nach nur einmal Auftrennen der nahtverdeckte Reissverschluss ganz gut gelungen.




Zwei tolle Taschen hat der Rock, über die ich mich sehr freue.



Jetzt zur Schattenseite dieses praktischen Rocks, den ich trotzdem in meinen Koffer packen werde: er färbt wie Sau! (tschuldigung). Feststellen konnte ich dies ganz unübersehbar an den blauen ! Beinen meines Kleinen, den ich aus den Reststücken mit einer Strandhose beglückt habe. Der Grosse soll eigentlich auch eine bekommen. Jetzt habe ich erst mal Rock und Hose mitsamt zwei Tüchern durch mal durch die Waschmaschine gejagt. Kann ich mich trauen, ein weisses T-Shirt dazu zu tragen? Geht das bei Misslingen wieder raus??

Was kommt noch mit?

Auf jeden Fall diese zwei Kleider und meine Hose:



Das hier wird wohl auch in meinem Koffer landen, denn ich hätte mal wieder Lust, zu beobachten und zu skizzieren, falls das nicht schon gänzlich eingerostet ist...




Und seht mal hier:

Das hat die liebe Chrissy in einer Sammelbestellung mit bestellt UND mir sogar noch nach Haus vorbei gebracht!! Toll oder? Allein dafür sollte ich etwas Schönes daraus gestrickt bekommen.

Euch allen eine schöne Sommerzeit! Und an die mmm-Crew ein Dankeschön für diese tolle Möglichkeit zum Austausch für selbst genähte Kleidung! Einfach super.

Ich werde mit Spannung den Dirndl-Sew-Along verfolgen - an dem ich mich jedoch nicht wage teilzunehmen.

Heike


http://memademittwoch.blogspot.de/2014/07/me-made-mittwoch-am-972014-ich-packe.html


Mittwoch, 2. Juli 2014

mmm*09 - in Hosen

Endlich mal wieder dabei! So kurz vor der nahenden Sommerpause möchte ich mich gern noch mal einreihen in die Riege der selbst benähten Damen und Herren.

Ich habe es geschafft - meinen Kleiderschrank um eine gediegene Sommerhose bereichert. Endlich ist sie nun fertig geworden und auch schon ausgiebig zu einer wundervollen Nähnerdmatinee Probe getragen. Burda 08/2013, Mod. 118C.

Beschrieben habe ich das Machen hier und hier. Ich erhoffe mir anhand der Notizen und Fotos gleich noch eine zweite in schwarz nähen zu können. Sie sitzt mit wenigen Änderungen erstaunlich gut und deshalb liegen hier bereits zugeschnittene und gekettelte Teile. Wann ich diese zusammen bekomme, ist noch die Frage. Der Schnitt jedenfalls scheint ganz gut zu mir zu passen und die Hose selbst trägt sich sehr bequem. Vielleicht auch durch den Leinenstoff. Und jetzt, wo der Sommer wieder zu kommen scheint, kommt sie genau zur rechten Zeit.

Jetzt die Bilder. Die habe ich gestern Abend gemacht, sonst schaffe ich das nicht vor der Arbeit.






Ob die Anderen heut behost, berockt oder bekleidet sind gehe ich mir in Ruhe heut Abend anschauen. Da freu ich mich schon drauf.

http://memademittwoch.blogspot.de/2014/07/me-made-mittwoch-am-2-juli-2014.html

Sonntag, 15. Juni 2014

Hosen mit Taschen - Teil 2

Die letzte Woche hat mich wieder ein ganzes Stück voran gebracht bei meinem Projekt Hose. Hier gab es bereits den ersten Teil. Es ist der Schnitt Mod. 118 aus der Burda 08/2013.

Ganz lange schon steht eine Hose auf meiner Wunschliste und ich glaube, dass ich mit der Wahl des Schnittes ganz richtig lag. Meine Figur ist eher schmal und geradlinig und die erste Anprobe hat gezeigt, dass die Passform für mich ganz gut ist. Ich muss nur relativ wenig ändern (bis auf die Waaaahnsinnslänge), aber dazu später mehr.

Im letzten Post ging es um die vorderen und hinteren Taschen. Nun habe ich die äusseren und inneren Nähte der Hosenbeine zusammengenäht, inklusive der Schrittnaht bis ca. 1 cm vor Reissverschlussansatz. 




Die linke Besatz-Seite (aus eigener Sicht)(bei Burda vordere Mitte Schlitz) wird nach innen geschlagen, mit leichtem Überstand parallel zur Mittelnaht. Ich habe mich ein wenig nach den Streifen gerichtet. Die rechte Besatz-Seite (schaut man auf das Bild, ist es links) wird direkt entlang der angegebenen Mitte zurückgeschlagen. Hier hab ich mich auch wieder bemüht, die Streifen zu treffen. Liegt nur auf dem Bild ein wenig schief.




An dem vorbereiteten Untertritt wird nun der Reissverschluss (bei mir 18cm) wie im Bild links angenäht.Das Ganze so wie es liegt an die linke Besatz-Seite (im Bild rechts) nähen und auf der rechten Stoff-Seite schmalkantig absteppen



Die rechte Besatz-Seite wird darüber gelegt und am Reissverschluss festgesteckt. Dabei den Untertritt wegklappen.



Nun von hinten im aufgeklappten Zustand festnähen. Wieder umschlagen, bügeln und nun auf der rechten Seite (im Bild links) den umgeklappten Besatz gerade absteppen, etwa bis zur roten Nadel. 



Der Bogen folgt später, um dann gleich den linksseitigen Untertritt mit zu fassen. Der allerdings könnte ein wenig schöner ausfallen, als bei mir. Da man ihn aber kaum sieht, hab ich's so gelassen. So entsteht unten kein 'Loch'. Ich merke, dass ich für diesen Part noch ein, zwei Fotos mehr hätte machen können, damit man es besser nachvollziehen kann. Ich hoffe, ich kann's mir trotzdem merken, wie es gemacht wird.


Den Formbund habe ich an der Oberkante zusammengenäht, die Nahtzugabe umgebügelt und an dieser fest gesteppt. Dann sauber umgebügelt. Die innere untere Kante habe ich zur Versäuberung mit einem roten Schrägband eingefasst. Ich bin total begeistert, weil ich das sehr mag. Bei der Hose und dem Pulli, der später dazu passen soll hatte ich von Anfang an die Farbe Rot als Farbtupfer im Kopf. Ganz versteckt ist sie nun mit drin. Jetzt wird der Bund rechts auf rechts an die Hosenkante gesteppt, wobei die vordere Tasche - am Reissverschluss umgeschlagen - mit gefasst wird. Die umgeschlagene Kante wird später mit Hand am Reisser vernäht. 


Und an dieser Stelle der spannende Augenblick der ersten Anprobe! Spannend, weil bisher so viel Arbeit drin steckt und man ja vorher nicht so genau wissen kann, ob das die optimale Passform ist - gerade bei Hosen find ich das schwierig. Und leider bin ich ein Probemodell-Muffel.

Aber mir scheint dieser Schnitt erstaunlich gut zu passen und so muss ich nur wenig ändern: hinten steht der Bund unschön ab. Es wird zwar etwas frickelig, dies zu ändern, aber ich denke, es hätte auch schlimmer sein können. An den Seiten auf Höhe Hüfte musste ich nichts ändern. In der Länge habe ich allerdings extrem gekürzt.

Demnächst für mich also: den Bund in hinterer Mitte ein Stück auftrennen. Was bei mir etwas schwierig wird, denn ich hatte zuvor die Vlieseline versehentlich erst nach dem Zusammennähen aufgebügelt! Mist. Schmal von oben gesehen einen knappen cm bis 3 mm auslaufend wegnähen, etwas in die Schrittnaht mit runter nähen, damit keine Beule entsteht. Jetzt wieder alles zusammen friemeln.

Bund an der vorderen Mitte rechts auf rechts absteppen in gewünschter Länge. Ich habe hier keinen Überstand für den Knopf. Fand das mit den Streifen zu viel. Auf rechts umschlagen, bügeln.

Alles schön versäubern, Knopfloch nähen, Knopf annähen, Gürtelschlaufen aufnähen, Länge festlegen und säumen.

Mal sehen, wann ich das schaffe.

Ich bin total aufgeregt. Ne Hose! Ick finde dit richtig jut! Und dann auch noch so eine lässige streifige Sommerhose.

PS - ein Eichhörnchenlager voll Schneiderkreide hab ich mir auch angelegt.


Samstag, 7. Juni 2014

Hosen mit Taschen

Passend zum Frühlingspullover, der noch immer ohne zweiten Ärmel leben muss, soll eine Hose her. Als ich den Stoff bei Karst*dt in der Restekiste sah (ja, ich weiss...), war klar, dass dieser Stoff irgendein schönes Kleidungsstück für mein Frühlingspullöverchen in spe werden sollte.

In meinem Kopf entstand ein Bild von obigen Quer- und unten herum Längsgestreiftem. Farbtechnisch passt es aber doch nicht ganz zusammen, da die Wolle in meinem Pullover eher ein Blau ist und der Stoff - wenn man genau hinschaut - ein schwarzes Leinen mit weissen Streifen. Ich werde am Ende sehen, ob es sich fügt.

Am liebsten hätte ich mehr gekauft, denn ich würde mir gern eine lässige Kombination aus Hose, Rock und Jacke nähen - ganz vielleicht sogar eine Weste. Dann könnte ich nach Herzenslust tauschen und kombinieren. Nähträume und so...

Nun wird es aber erst mal eine Hose. Schwer genug, die Aufgabe. Meine letzte Hose (Hosen mit Gummizug und ohne Taschen gelten nicht) ist ewig lang her und ansonsten habe ich Hosen für meine Kinder genäht. Die waren zwar mit Reissverschluss, Untertritt und Taschen, aber eine klassische Hose mit Paspeltaschen... uiui

Ich habe mir das Modell 118 aus der Burda 08/2013 gewählt und werde sie in meinem wunderbaren Nähkurs nähen. Die Wahnsinnslänge habe ich schon vorweg ein wenig gekürzt, da der Stoff sonst nicht ganz gereicht hätte und ich die ja auch nicht wirklich brauche.

Und sollte sich der Schnitt als ein Volltreffer herausstellen, mache ich mir hier ein paar Fotos, um mir die Schritte besser zu merken. Schliesslich liegt hier noch ein schwarzes Stöffchen bereit. Ich brauche dringend eine gut sitzende Hose.

Also hier Teil I der Fotosession - es geht hauptsächlich um die Taschen:

!Schneiderkreide kaufen! Fast nix mehr da...

alles gekettelt

Eingriff-Passe (nennt man das so?) nicht an den Innentaschenbeutel nähen!

der kommt nämlich an den Aussentaschenbeutel!

 

Schlitz mit an das Schnittmusterteil ansetze, dann zuschneiden - das gibt sonst bei dem Streifenmuster nur unschöne Verläufe beim Zusammennähen.

















Innerer vorderer Taschenbeutel an vorderes Hosenbein nähen, bügeln, an NZ fest steppen, umbügeln; 




Äusseren vorderen Taschenbeutel, an inneren stecken, nähen




Und schon ist die vordere Tasche mit wunderschönem Eingriff fertig (man sieht ihn fast gar nicht).






















Jetzt wird es etwas komplizierter - jedenfalls für mich, weil ich das sehr selten gemacht habe: die hinteren Paspeltaschen.

Belege auf der rechten Seite genau auf die spätere Einschnittachse stecken und zwischen den entsprechenden Längenmarkierungen füsschenbreit feststeppen.


Anschliessend die Mittelachse einschneiden, bis auf ca. 1cm vor den Enden. Dort diagonal in die Ecken einschneiden, so dass ein kleines Dreieck entsteht. Die Belege genau entlang der Mitte nach innen falten. Ebenfalls das kleine Dreieck, wenn man wie hier später den Paspeleingriff schmal absteppt. Steppt man direkt in der Naht, macht man also eine Schattennaht, dann muss man das kleine Dreieck zuvor an der Nahtzugabe feststeppen.



Ich hoffe, man versteht nicht nur Bahnhof... Und ich hoffe, ich kann es in acht Wochen selbst noch nachvollziehen!

Dann muss man die Belege an der Naht aufbügeln. Das liebe Fräulein B hat mir mal beim Halten geholfen.






















Das längere Stück des hinteren Taschenbeutels wird am oberen Beleg festgenäht, das kürzere am unteren.

































Auf die Innenseite des längeren TB habe ich ein Reststück vom Oberstoff aufgenäht(eigentlich wäre hier das ganze Schnittteil aus dem Oberstoff, so man denn genügend hat!), damit man später beim Aufsperren der Taschen nicht auf den Futterstoff guckt, wenn man das nicht möchte. Vielleicht ist es aber dadurch etwas flutschiger.


















Dann werden die Taschenteile zusammengenäht (treffen bei mir nicht ganz aufeinander in der Länge ? - nicht schlimm)






















Und dann - ich bin soo begeistert! - hat man eine krass coole Paspeltasche am Hintern. Ich find sie schön. Hoffe nur, dass die ganze Hose dann auch gut sitzt!



So, dass war's für's Erste. War auch lang genug. Demnächst dann einen zweiten Teil mit Reissverschluss und eventuell Bund. Vielleicht nähen ja noch andere gerade an Hosen?? 

Seid lieb gegrüsst
Heike


Mittwoch, 21. Mai 2014

mmm *08 - überdauert

Heute läd uns Melleni von talentfreischön in einem ihrer schönen Wasserfallkleider zum MeMadeMittwoch ein. 

Ursprünglich hatte ich heute vor einen Rock vorzustellen. Da dieser aber aus einem feinen Wollstoff ist, habe ich mich nicht getraut, ihn bei diesen Temperaturen anzuziehen. Ich glaube, ich habe gut daran getan. 

Stattdessen habe ich umgeschwenkt auf ein - ja, man kann schon fast sagen Relikt in meinem Kleiderschrank. Neulich hatte ich auf einem Werbeposter eines bekannten Textilkonzerns eines der immer mal wieder in Mode kommenden Maxikleidern mit Blumenprint gesehen und da erinnerte ich mich an mein Relikt. Ich habe es vor (und das hat mich echt ein wenig zusammen zucken lassen) 20 Jahren mal in einem Nähkurs genäht. Oft hab ich es nicht angehabt. Es ist ein bischen, tja wie soll ich sagen, ich glaub, es passt nicht ganz zu mir und hat es wohl auch nie, sonst hätte ich es ja öfter getragen.

Stoff und Schnitt finde ich zusammen irgendwie ein Ticken zu schick und kommen jetzt nach so langer Zeit auch ein bissel altbacken daher. Aber das wäre zumindest für ab und zu noch tragbar für mich. 
Aber es gibt noch einen Hinweis, weshalb ich es nicht oft getragen habe: ich habe heute ein Oberteil darüber kombiniert, so dass man den Clou des Kleides eigentlich gar nicht sehen konnte.
Aus welchem Grund? Wenn man wie ich ein Mensch ist, der nicht gern nichts drunter tragen mag, dann hat man bei solchen Ausschnitten das Drunter eben unschön hervorlugen, auch wenn es noch so dezent ist. hm. Und in diesem Fall ist das einfach nicht so schön. Ach, wie gern hätte ich an Catherins schönen Sew Along für das perfekte Darunter teilgenommen, wenn ich denn die Zeit dazu hätte...!
Dabei waren die Träger echt aufwendig zu nähen, erinnere ich mich.

Aber jetzt mal was zum schauen.


Ansonsten ist so ein Kleid, was echt entspannt um die noch (und in meinem Fall leider auch typbedingt bleibenden) weissen Beine weht sehr bequem.

Was macht ihr mit selbst genähten Kleidungsstücken, die nicht mehr ganz zu Euch passen?

Jetzt werde ich mal schauen, was ihr für tolle neue oder auch alte Kleidungsstücke habt.

PS - ich glaub, der Schnitt war von Burda aus den 90ern, wenn es tatsächlich Interessierte gibt, werde ich mal wühlen, ob ich den noch finde. 


Montag, 19. Mai 2014

So viele Vorhaben und Wünsche

Wenn man ein Nähnerd ist, hat man es offensichtlich in vielerlei Hinsicht schwer. Der Kopf bietet eine Menge Platz für eine Menge Vorstellungen und Wünsche. Inspirationen, Eindrücke, Gesehenes - nicht zuletzt bei all den anderen Nähnerds des wunderbaren MeMadeMittwoch's - lassen das Herz höher schlagen. Ein Stöffchen ums andere wandert gemeinsam mit wundervollen Bordüren, Paspeln, Reissverschlüssen und Knöpfen ins Lager und so manches Schnittmuster findet seinen Weg per Umschlag oder Zeitschrift endlich zu uns oder wird gar selbst konstruiert(!)also bei anderen. Nun noch die Qual der Wahl bei Zusammenstellung von Schnitten, Stoffen, Accessoires, Änderungen, Varianten... Ach, man hat es eben nicht leicht. Oft hat man einen traumhaften Schnitt mir klaren Vorstellungen, findet aber nicht den richtigen Stoff. Mal ist es auch umgekehrt: ein Stoff lagert lange Zeit im Regal, bis endlich die zündende Idee kommt, was aus ihm werden wird.

Alles in allem ist es ja eigentlich auch genau das, was am Ganzen selber nähen und bekleiden so aufregend ist, nicht wahr?

Das einzige, was hier noch fehlt - ihr ahnt es schon - ist Zeit. Ruhe und Zeit. Bei mir zumindest. Momentan. 

Irgendwie habe ich ganz schön viele angefangene Projekte, die hier unvollendet herumlungern. Auch so eine Sache, unter der meine sensible Nähnerd-Seele leidet. Da wäre beispielsweise das Hemd für meinen Liebsten, in das sich die 15 Knopflöcher und Knöpfe partout nicht allein hineinbegeben wollen; mein etwas schrullig geratenes Geburtagskleid (der schon echt lang her ist...), dessen Knopflöcher und Knöpfe sich mit denen des Hemdes verbündet haben; ein 'Kirschenkind-Kleid' welches ich schon bestimmt vor 1,5 Jahren angefangen habe, weil es mir bei ihr so gut gefiel; einen fertigen Rock, der auf eine Bordüre wartet, von der ich leider zu wenig gekauft habe, als ich mit der lieben Charlotte auf dem Markt war; ein Anlasskleid, welches das Fertigstellen einer wunderschönen Frühlings-Sommer-Hose verhindert, welche wiederum zu meinem immer noch nicht fertig gestrickten Frühlings-Jäckchen-Pullover passen soll, dessen Ärmel nicht die Form haben will, die er haben soll.

Aber heute, heute habe ich endlich etwas fertig gestellt. Sogar etwas, was ich erst gestern begonnen habe. Für mich echt schnell!! Ich hatte ein echt grosses inneres Bedürfnis danach, etwas anzufangen und auch gleich, zeitnah, sofort, anziehbereit fertig zu stellen. Ich bin auch keine Risiken eingegangen. Es gibt weder Futter, noch Taschen (bin ich zwar etwas traurig drüber, aber was soll's). Dafür sieht er total schön aus, ich habe ihn gleich ins Herz geschlossen. Wir werden gute Freunde.

Gesehen habe ich das: 



Ganz durch Zufall. Burda 11/2009, Mod. 116. Ich find's 'n Knaller. Genau dieses gesamte Outfit brauchste - habe ich gedacht. Ich scheine wohl doch irgendwie auf Folklore zu stehen. Ich finde es in diesem Beispiel aber besonders schön, da der Rest so zurückhaltend kombiniert ist. Den Schal stricke ich auf jeden Fall. Für den Herbst habe ich also schon mal ein Projekt. Oder doch für den Sommer? Wir fahren nach Dänemark, da könnte man so etwas durchaus mal gebrauchen. Dann hätte ich das mit den Dünen also auch schon mal.
Die Pose werde ich gelegentlich üben.
Die Jacke gibt es LEIDER nicht als Schnittmuster - verstehe ich gar nicht! Wie kann man solche Sehnsüchte wecken und dann?? Nix. Ich werde versuchen, einen ähnlichen Schnitt zu finden und auf verkürzte Ärmel abzuändern. Die finde ich nämlich echt toll. Vielleicht kann man auch noch ein Gürtelband zum Knoten nähen, das gibt dem Schicken etwas Alltagstaugliches.

Knifflig wird wohl der passende Stoff. Er darf ruhig auch etwas fulminant sein. Karo mit grossem Stickmuster oder Bordüre kreuzen - schöne Idee. Pink, Rot vielleicht. Aber unbedingt auch Schwarz mit drin, damit es für mich kombinierbar bleibt. Ich nehme sehr gern Tips entgegen.

So, aber nun noch mal zu meinem ersten Test-Modell. Dieses habe ich gaaanz schlicht aus einem ganz dünnen, sehr schön fallenden Wollstoff in dunkelgrau genäht. Schon wieder ein Rest aus dem Karst*dt-Land. Hat gerade gereicht. Wobei - ich musste am Ende mehr als 10cm kürzen und bin noch nicht ganz sicher, ob das schon gereicht hat. Erste Test-Läufe in der Draussen-Welt werden es zeigen. Alle anderen Frauen sind wohl irgendwie grösser als ich. Wobei ich zugeben muss, dass mein gewählter Stoff keinerlei Stand hat.


Erkennen tut man wenig, ungebügelt ist er auch noch... deshalb etwas aufgehellt und hier noch mal das Faltendetail. Ach, ich mag so Faltenkram, sagte ich das schon?


Den Bund habe ich ausgetauscht, der war mir zu schmal. Diesmal habe ich mir den Luxus gegönnt, sowohl den Bund als auch den Saum nicht mit der Hand, sonder mit Maschine zu nähen. Stolz bin ich auf mein Inneres diesmal. 


Keinesfalls perfekt, aber sauber. Ich habe die innere Bundkante mit einem weichen Einfassband versehen und dann das Ganze von rechts abgesteppt. Farbe und Muster sind zwar schön, aber nicht so passend zu dem Grau, wie ich finde, aber ich hatte kein anderes, was so weich ist. Ausserdem hätte ich noch kürzen können, wie man sieht. egal. Ich freu mich, dass es nicht all zu stark knubbelt, wie so häufig an dieser Stelle. Treffen ja doch etliche Stofflagen aufeinander.

Ich hoffe also, am Mittwoch mal wieder dabei zu sein mit ein paar Tragefotos meines neuen Rocks. Na, jetzt noch ein schönes Oberteil? Nee, natürlich erst mal die anderen Sachen zu Ende bringen!