Mittwoch, 11. Januar 2017

Lieblingsstück 2016

2016 - weniger Projekte fertig bekommen, als angefangen und noch weniger Projekte verbloggen können. Klingt jetzt zwar ein wenig traurig, ist aber gar nicht so gemeint, sondern einfach nur eine Feststellung bezogen auf mein Lieblingshobby in einem Alltag mit zwei Kindern und Beruf.

Das Nähen und auch Stricken macht mir nach wie vor grossen Spass und ist ein fester Bestandteil meines Lebens! Ein Ausgleich, auf den ich ungern verzichten wollte. Und ich freue mich daher über jedes fertige Stück, was ich dann auch mag und als passend für mich empfinde. Ist es dann noch tragfähig bequem, ist die Freude noch mal so gross.

Neu für mich in 2016 war Jersey. Jersey für Kinder - ja, kenne ich. Hab ich gemacht. Aber Jersey für mich, das hab ich mir 2016 bei gleich 3 Kleidern zu eigen gemacht. Und ich find's toll! Das zuschneiden und Vernähen (mit der Overlock) und besonders das Anpassen der Schnitte mit unterschiedlich dehnbaren Stoffen ist erst mal ungewohnt und teils auch schwierig für mich gewesen, aber der Tragekomfort hinterher einfach unschlagbar. Ich denke, in Sachen Jersey wird es auch 2017 sicher mehr geben.

Neu waren 2016 für mich auch Overalls, Hoseneinteiler oder wie immer man sie auch nennen mag. Einen habe ich noch nicht verbloggt und der andere ist ja gerade erst zu Weihnachten entstanden. Gewöhnungsbedürftig beim Tragen und beim an sich runter Schauen, aber nicht ohne Reiz des Besonderen! 

Auch an ein Wildtier habe ich mich gewagt, an grosse und bunte Muster (in dieses Kleid bin ich sehr verliebt!)! Und zwei sehr geliebte Strickteile sind fertig geworden. Und hier kommt der Punkt der Entscheidungswahrheit für 2016. Wenn ich also ganz ehrlich und genau nur ein Kleidungsstück benennen wollte, welches am meist getragen, am beliebtesten im letzten Jahr gewesen ist, dann ist es - tadaaa - meine Strickjacke, Modell Sylvia!!

Sie hat sich zu meinem ständigen Begleiter entpuppt - Sommers, wie Winters. Sie passt farblich zu vielen meiner Kleidungsstücke, zu Röcken, Kleidern, sowie Hosen und wärmt mich in genau dem richtigen Maße. Im Grunde hat sie mir eine simple, aber wichtige Botschaft mitgegeben: ich brauche mehr! Mehr Strickjacken. Sie sind einfach nur toll!

Fairer Weise zeige ich noch exemplarisch eins meiner genähten Jerseykleider dazu.

   
Ich freu mich auf Euer Resümee, Querschnitt, Rückblick, Favorit, absoluten Liebling 2016! Und noch viel mehr freue ich mich darauf, mit Euch 2017 wieder gemeinsam nähen zu dürfen!

Donnerstag, 22. Dezember 2016

wksa 2016 - das finale

Zu viel zu tun gab es hier - und gibt es noch - als dass ich annähernd meine hoch gesteckte Pläne von zwei Kleidernungsstücken hätte schaffen können.
Ganz anders als erwartet, habe ich nun zum grossen Weihnachtskleid-Finale meinen eher aussergewöhnlichen Hosenanzug und nicht mein Kleid fertig, auf das ich eigentlich mein Hauptaugenmerk gelegt hatte. Manchmal überrascht man sich selbst.

Überraschend für mich waren bei diesem Projekt auch Schnitt und Stoff. Denn eigentlich trage ich nicht häufig so auffallende Sachen. Der Hosenanzug ist jedenfalls unübersehbar, haha. Aber das ist ok. Schliesslich dient ja das selber nähen auch dazu, sich auszuprobieren und Änderungen zuzulassen. Ich träume also jetzt schon vom nächsten Sommer, wo ich ihn dann lässig ausführen werde und berichte dann wie er sich in meinem Alltag macht.

Tragen tut sich der Hosenanzug luftig und leicht und trotzdem hat man das Gefühl gut angezogen zu sein. Selbst die Armausschnitte, die bei lässig geschnittenen Kleidungsstücken oft recht gross ausfallen, sitzen angenehm körpernah. Der hintere offene Rücken klappt ebenfalls nicht auf, sondern hängt dort wo er soll. Einzig das Bindeband ist hinten recht schwer und zieht das Ganze ein wenig herunter. Ist aber nicht weiter schlimm, finde ich.

Und da ist er:

                                

Beim Fotoshoot mit dem Liebsten hab ich sogar in der Wohnung gefroren. Ist also nicht unbedingt etwas für den Winter. Da bin ich einfach zu fröstelig... Immerhin, den Schnitt fand der Liebste dann ganz gut - nur die Farbe, an die muss er sich wohl noch gewöhnen ;)

                                      

Deshalb hier mit einer kleinen Strickjacke und geschlossenen Schuhen.

  

Mein Kleid ziert noch unfertig die Püppi. Das wird auch die nächsten Tage wohl noch so bleiben. Weihnachten mache ich eine kleine Nähpause; vielleicht stricke ich dann mal wieder eine Reihe und ich werd mich zunächst um meinen Grossen kümmern, denn der hat jetzt leider, was der Kleine letzte Woche hatte...

                

Es hat mir wie auch die letzten Jahre ungemein viel Spass gemacht - ich freue mich über mein neues Teilchen und möchte mich bei Euch, liebe Dodo und liebe Yvonne, die ihr im Übrigen U M W E R F E N D ausseht, noch einmal bedanken! Auch die vielen lieben Kommentare haben mir gute Laune auf meine neue Garderobe gemacht und wieder einmal war es schön schauen zu dürfen, was ihr so alle gezaubert habt. Eure Ergebnisse schaue ich mir die nächsten Tage in Ruhe an.

Ihr Lieben, lasst es Euch gut gehen, bleibt gesund und habt ein besinnliches schönes Weihnachtsfest. Ganz besonders jetzt.

Sonntag, 18. Dezember 2016

wksa 2016 - teil 4

Zum vierten Teil des weihnachtlichen Kleider-Nähens laden uns heut wieder Dodo und Yvonne auf dem memademittwoch ein. Unter Anderem mit diesen Themen:

- Fertig. Mit Kleid 1, 2 und 3. Jetzt kann ich noch ein Jäckchen stricken, eine passende Tasche nähen und die letzten Weihnachtskekse backen.
- Puh, ich habe die knifflige Stelle gemeistert und bin wahnsinnig stolz auf mich. Nie hätte ich das gedacht.
- Jetzt aber los. Die letzten Geschenke besorgen, das Weihnachtsmenü planen und natürlich noch das Kleid säumen.


Ich sag jetzt mal nix zu Täschchen, Jäckchen oder Accessoires und gehe gleich zu Punkt zwei über. Während ich die Änderungen des Kleides so vor mir her schiebe, habe ich mich um meinen Overall gekümmert. Und was soll ich sagen - ich hatte lang kein so grosses Nähvergnügen wie bei diesem Overall!

Woran mag es liegen? Ich weiss es nicht genau. Sicherlich spielen hier mehrere Faktoren eine Rolle: erstens hatte ich (wegen Änderungs-Schnitteritis beim Kleid) grosse Lust auf ein anderes Projekt (ich haben den begründeten Verdacht, an Vollendungs-Phobie zu leiden und ständig Trost im textilen Neubeginn zu suchen...), zweitens hatte ich wohl lang nicht mehr einen so einfühlsamen und verständigen Stoff - weich, anschmiegsam, aber trotzdem nicht so flutschig, dass er unter dem Füsschen macht, was er will - und, was bei meinen schlampigen  Nähmethoden mir selten vorkommt: es sind A L L E Passzeichen auf den Millimeter genau aufeinander getroffen. Liegt es an Simplicity?

Zugegebener Maßen muss ich erwähnen, dass es ja weder Bahnen noch Abnäher als Differenz-Überltäter gibt. Vielleicht ist auch einfach das der Grund. ;)

Eine kniffelige Stelle gab es dennoch, für die ich eine Weile gebraucht habe: der vordere Halsausschnitt mit den Bindebändern.
Zunächst hatte ich gar nicht verstanden, was ich zu tun hatte und habe den Beleg immerzu falsch herum an die Oberkante meines Halsausschnittes gehalten und verzweifelt überlegt, warum er zu kurz ist... oder ob ich wohl die Falten falsch eingelegt habe. So kann's gehen. Bis es klick gemacht hat, hatte ich schon einen zweiten, etwas längeren Beleg zugeschnitten. Na, macht ja nüscht.



Als ich den endlich dran hatte, habe ich gelesen, dass man die Armausschnitte mit Schrägband versäubern soll. Na gut, dann also die äusseren Enden des Beleges wieder aufgetrennt, Schrägband gemacht (zum Glück war noch reichlich Stoff da), eingefasst und Belegenden wieder zugenäht.

 



Dann wurden die Bänder gesteckt und über die Bänder der Beleg für den Halsausschnitt. Hier muss man aufpassen, die losen Bänderenden nicht versehentlich mit zu fassen. Dann muss man recht blind ziemlich sauber und parallel die Naht dreiseitig schliessen. Ist mir nicht gleich auf Anhieb gelungen. Hier mein verworrenes Innenleben:



Nun den Beleg verstürzen, ausbügeln und dann mit Hand säumen. Das muss ich noch machen. Sieht dann so aus:



So in Etwa sah das Oberteil noch ohne geschlossenen Halsausschnitt aus. Man bekommt aber schon eine ganz gute Ahnung, wie es aussehen wird.

 

Rückwärtig überlappen sich die Schnittteile und bleiben einfach offen.



Im nächsten Schritt habe ich die Hose zusammen genäht, was nicht so schwer war. Das erste Mal habe ich auf diese Weise die Taschenbeutel eingenäht: klassisch wie bei allen Eingrifftaschen die vordere Kante (Taschenbeutel auf Hosenteil) nähen. Dann wird der Beutel (ein Schnittteil) zur Hälfte gefaltet, der Taschenboden gesteppt und oben an der Taillenkante fixiert. Fortfahren wie gewohnt.

 

  

Gestern hatte ich meine erste Anprobe. Das ist bei Overalls ja immer so eine Sache... Ich hatte noch kein Gummi in der Taille drin und sah mich entsprechend ein wenig dümmlich drein schauend einer Frau  im grasgrünen Sack gegenüber stehen. Gut, dass der Liebste nicht dabei war. Er steht ohnehin nicht so auf weit fallende Hosenanzugseinteilerdingse lässige Onepieces.

Die vorgesehene Gummilitze in der Nahtzugabe der Taille und eine sichernde Steppnaht am Tunnelzug des Rückenteils (damit dieses nicht immer so nach hinten rutscht und einen weiten Armausschnitt macht...) haben das Ganze etwas in From gebracht. 

Jetzt heisst es Fäden vernähen, Länge abstecken und säumen. Dann werde ich mir doch noch (wenn der Stoff ausreicht) einen Bindegürtel machen. Das finde ich über der Taillenraffung eleganter. Sollte der Stoff nicht reichen, muss es unbedingt einen matt goldenen Gürtel geben (Quellen für zauberhafte Gürtel in vornehmen Goldton nehme ich gern entgegen).
Ungebügelt an die Puppe genadelt:



Zwar noch ohne Praxistest, bin ich ganz angetan vom Schnitt und kann mir gut vorstellen für den Sommer die Variante mit den überschrittenen Ärmeln, eventuell sogar mit schmalerem Bein oder Gummizug im Hosensaum aus bequemen Jersey zu versuchen. Hier und hier sieht man z.B. schon so schöne Jersey-Jumpsuits! 

Und was macht mein Kleid? Ich habe den Rock noch mal vom Oberteil abgetrennt und mit Hilfe des lieben Fräulein B die richtige Höhe meiner Taille herausgefunden. An den Seitennähten habe ich Weite herausnehmen müssen. Witziger Weise treffen durch die Kürzung des Oberteils jetzt auch die Abnäher auf die Rockpassennähte. An der hinteren Naht werde ich dann sicher auch noch ein wenig Weite heraus nehmen.

Das Futterkleid muss ich entsprechend noch anpassen und zusammen setzen. Ärmel, Säume .... 
Ihr seht, trotzdem ich für meine Verhältnisse recht fleissig war, habe ich also noch ordentlich zu tun, die nächsten Tage. Nun muss ich mich aber erst mal um meinen kleinen Mausepaul kümmern, der ist nämlich krank.

Wahnsinn übrigens, was Dodo und Yvonne da gezaubert haben! Beiden Kleidern (Kombinationen) bin ich schon jetzt total verfallen und freue mich auf ihre Tragefotos!
Und bei en anderen Damen und Herren? Ich bin gespannt!

Einen schönen vierten Advent für Euch!

          

Teil 5: Donnerstag 22.12.2016
Finale
Fertig! Wir haben es gemeinsam geschafft. Wir haben alles gegeben und sehen einfach umwerfend aus.

Sonntag, 4. Dezember 2016

WKSA 2016 - jetzt geht's weiter

Einen schönen zweiten Advent für Euch!

Dodo stellt uns heute ihren Zwischenstand vor. Ihre Wahl zu Schnitt und Stoff finde ich klasse! Und ihr Zwischenergebnis verspricht Gutes.

Heute treffen sich alle auf dem mmm zum dritten Teil des diesjährigen WKSA's, mit ungefähr diesen Themen:

- Das Probemodell ist genäht und passt. Jetzt geht es weiter.
- Nichts passt. Der Schnitt nicht zu mir, der Stoff nicht zum Schnitt. Hilfe!!!
- Ach, alles nicht so schlimm. Weihnachten hat 3 Tage, ich nähe jetzt das 2. Kleid.


Teil 1 und Teil 2 meiner Vorhaben gäbe es hier.

Meine terminlich sehr ambitionierten Pläne platzen gerade wie eine Seifenblase... Ich beschäftige mich vorrangig mit der Rückkehr meiner Erkältung. Weder mein Weihnachtskleid, noch ich werden wohl morgen auf die Weihnachtsfeier gehen, wenn heute nicht noch ein grosses Wunder geschieht...

Dennoch kann ich einen kleinen Zwischenstand zeigen. 

Ich danke Euch für Eure Meinungen, Ratschläge und motivierenden Kommentare! Das Kunstleder bei meinem Kleid werde ich nicht absteppen.
Ich habe es trotz Bedenken zur Länge mal zusammengefügt. Meine Vermutung hat sich bestätigt: das Oberteil und wohl auch das Rockteil sind zu lang. Wenn man es genau nimmt, ist es im Umfang auch ein wenig zu weit. 

Meine nächsten Aufgaben werden also sein, das Oberteil entsprechend zu kürzen. Dies werde ich versuchen über die Taillennaht zu regulieren. Ich frage mich, ob ich auch vom Rockteil etwas an der Taillennaht weg nehme oder das Rockteil schlicht und einfach anschliessend am Saum kürze. es kommt ja ohnehin ein wenig nach oben, wenn das Oberteil gekürzt wurde.

Zur Weite werde ich zunächst über die hintere Naht mit dem Reissverschluss versuchen auszugleichen. Sollte das nicht reichen, schaue ich mir noch mal Möglichkeiten über die Seitennähte an. Zugegeben, ich bin da nicht so gut drin.. Schritt für Schritt hoffe ich, mich in der nächsten Woche heranzutasten ohne alles zu versemmeln. Denn ein Probekleid gibt es ja bei mir nicht...

Das mit dem hinteren Schlitz muss ich mir auch noch mal anschauen. Genau wie bei Untertritten macht mein Gehirn hier immer Purzelbäume...

Und so sieht es momentan aus - noch ohne Futterkleid:

 

Die Teile meines Overalls sind alle mit der Kettelmaschine versäubert und warten auf das Zusammennähen.



Noch einen Zwischentermin ihr Lieben und dann folgt auch schon das Finale!

Teil 4: Sonntag 18.12.2016
- Fertig. Mit Kleid 1, 2 und 3. Jetzt kann ich noch ein Jäckchen stricken, eine passende Tasche nähen und die letzten Weihnachtskekse backen.
- Puh, ich habe die knifflige Stelle gemeistert und bin wahnsinnig stolz auf mich. Nie hätte ich das gedacht.
- Jetzt aber los. Die letzten Geschenke besorgen, das Weihnachtsmenü planen und natürlich noch das Kleid säumen.

Teil 5: Donnerstag 22.12.2016
Finale
Fertig! Wir haben es gemeinsam geschafft. Wir haben alles gegeben und sehen einfach umwerfend aus.


Ich bin gespannt auf Eure Fortschritte!



Mittwoch, 30. November 2016

mmm*30 eine esme für mich - das polymonster

Manchmal ärgere ich mich schon ein bisschen, dass ich so eine langsame Näherin bin. Wäre ich schneller, hätte ich schon vieeeel eher feststellen können, dass die Esme Cardigan von named ein ganz wunderbares Teilchen ist!

So viele schöne Exemplare gab es hier und da beim mmm schon zu bestaunen. Davon inspiriert - und von einem etwas ungewöhnlichem Strickstoff bei K*rstadt, habe ich nun ausgelotet, ob das auch etwas für mich sein könnte. Da hatte ich arge Zweifel, bei meiner Grösse. Ist es aber! Der Schnitt ist schon sehr schön. 

 

Ich müsste ihn bei einer nächsten Variante auf mich noch einmal anpassen. Ich habe die Grösse 34 gewählt, obwohl ich eine 36 trage. Aufgrund der vielen Erfahrungsberichte, dass dieser Schnitt gross ausfällt. Es war die richtige Entscheidung. Überhaupt weiss ich mittlerweile, dass ich oversize-Schnitte gutwillig etwas knapper angehen kann. 

Auch die Länge stimmt hier nicht, was sicherlich vom sehr aushängenden schweren Strickstoff nicht unbedingt begünstigt wird.  Die Taschen (in der quer liegenden Teilung des Vorderteils) würde ich bei einem nächsten Mal ein wenig höher setzen. Am Saum habe ich grosszügig umgeschlagen, die Seitennähte und die Knopfkanten-Blende habe ich mit Einlegeband verstärkt, um das Ausdehnen zu vermindern. Trotzdem habe ich sie bewusst ziemlich lang gelassen.

Zu dem groben Strickstoff, der vollständig aus Kunst besteht, mit silbrig schimmerndem Plastikfaden, habe ich (ebenfalls vollständig Kunst) einen nach Wildleder anmutenden Scuba für die Blende gewählt. Ein sehr ungewohntes Material, was mich in seiner Beschaffenheit irgendwie an Neopren erinnert. Die Oberfläche ist jedoch ganz weich. Der Kontrast gefällt mir sehr gut.

 

Bitte verzeiht die schlechten Bilder... Winterzeit und gedeckte Farben - puhh

Was mir noch an der Esme Cardigan gefällt, ist ihre Silhouette. Fast ein wenig wie ein Bademantel, leger, betont lässig. Könnte irgendwie aus den zwanziger Jahren stammen. Besonders schön finde ich den leicht stehenden Kragen, den die Knopfleiste bildet.



Zum Verschliessen habe ich simple schwarze Druckknöpfe gewählt, wovon ich zwei gestern Abend, wohl schon zu müde, falsch herum angenäht habe. Grrr. Ich bin kein Fan vom Knöpfe annähen. Das kann mir immer nicht schnell genug gehen und dann verheddert sich meist der Faden zu einem unschönen Knäul oder die Knöpfe sind eben einfach mal falsch herum dran...

Ich werde sie ein wenig tragen und dann noch mal entscheiden, ob ich auch den grossen, dank Scuba sehr weichen Taschen einen Druckknopf gönne. Vermutlich bleiben sie aber, dem Charakter der Strickjacke entsprechend einfach ganz lässig offen ;)



So, damit wäre ich für den Winter perfekt eingekuschelt. Hier zusammen mit meiner schwarzen Hose. Und wie sieht es bei den anderen Damen und Herren der Nähwelt so aus? Katharina, von sewing addicted, zeigt sich schon mal in einem wundervollen Kleid.

Sonntag, 20. November 2016

Weihnachtskleid Sew Along - Teil 2

Yvonne gibt uns heute, im zweiten Teil des Sew Alongs zu unseren Weihnachtsbekleidungen, einen Einblick in ihre Herangehensweise von ihrer ersten Vorstellung eines Kleidungsstückes, über die Schnittmustersuche und die Stoffauswahl, was ich bei ihr immer wahnsinnig spannend finde! 

Tatsächlich empfinde ich den inneren Wunsch, nach einer Inspiration oder auch nach einem schlichten Bedarf ein bestimmtes Kleidungsstück tragen zu wollen und das dafür nötige Aufspüren eines geeigneten Schnittmusters oder eines geeigneten Stoffes immer sehr aufregend. Fast eine Vorfreude mit Überlänge.

Oft geht es bei mir aber auch anders herum: ich sehe einen wunderschönen Stoff, nehme ihn mit und meist spricht er dann zu mir, was er werden könnte. Dann hoffe ich, die ausreichende Menge mitgenommen zu haben - haha. Oder ich schmachte ein Schnittmuster an und suche nach dem dafür geeigneten Stoff, was ja nicht immer leicht ist.
Komplexe Vorgänge also, die die ganze Sache des Selber Nähens aber auch verdammt interessant macht!

Die ganze letzte Woche mühe ich mich mit meinen vollen Nebenhölen und meinem entzündeten Hals ab. Auch meine Kettelmaschine ist noch nicht wieder Heim gekehrt. :( Was zur Folge hat, dass ich eigentlich nicht wirklich viel weiter gekommen bin, als dass, was ich vor einer Woche schon vorliegen hatte.

Die Stoffe für meine Vorhaben hatte ich Euch bereits hier gezeigt. Angefangen hatte ich schon ein klein wenig mit dem schwarzen Kleid, da ich dies für eine Arbeits-Weihnachtsfeier als erstes fertig haben möchte. Ein paar erste Nähte hatte ich also schon gemacht, dann aber aufgehört, damit ich sie noch gut versäubern kann, wenn mein Maschinen wieder da ist.

Die Schulter- und Rockpassen habe ich an den Stoff gefügt, was mir ziemlich gut gefällt und ich freu mich, dass ich mich langsam wage, verschiedene Materialien miteinander zu kombinieren. Das eröffnet ja noch mal einige Möglichkeiten mehr, um die Wirkung eines Kleidungsstückes zu verändern. Spannend!

 



Jetzt stehe ich vor einer mich quälenden Frage: steppe ich die Passen - wie im Schnitt vorgesehen - noch einmal ab oder lieber nicht???

Die Frage quält mich deshalb: ist es erst einmal getan, kann ich daran nichts mehr ändern, da ich dann im Kunstleder die Einstiche sehen werde.

Dafür spricht eindeutig, das die Wulst nicht mehr so stark sein wird. Das Kunstleder ist ja widerspenstiger als der Stoff und kann leider auch nicht sehr heiss gebügelt werden.

Dagegen spricht: ich finde es fast ein bisschen zu sportlich UND: sollte ich (und ich bin doch keine Maschine...) die Steppnaht nicht ganz sauber und gerade führen, dann sieht das Ganze recht schnell schlampig aus. Und das täte mir an dieser sichtbaren Stelle für das Kleid leid.

Hier das leicht wulstige durch das festere Material Kunstleder, allerdings noch ziemlich ungebügelt
Hier eine Probesteppnaht mit verschiedenen Abständen - was mir schnell gezeigt hat, dass es auch schnell 'schief' gehen kann

Was würdet ihr also machen? Habt ihr einen Tip für mich?

Ich verkrümle mich jetzt wieder auf meine Couch, stelle das Heizkissen an und stricke eine Reihe an meinem Wintertuch. Dabei schaue ich mir an, was bei Euch schon so los ist.


Montag, 14. November 2016

Weihnachtskleid Sew Along - Teil 1

Es ist wieder soweit! Alle treffen sich zur gemeinsamen Weihnachtskleidnäherei!

                       

Dieses mal haben sich Dodo und Yvonne zusammen gefunden, um mit uns zu nähen und zu tüfteln. Darüber freue ich mich ganz besonders! So viel Näherfahrung, so grosse Experimentierfreude, so grossartige Stile!

Beim heutigen und ersten Treffen geht es um:

Teil 1: Montag 14.11.2016

- Inspiration und Rückblicke auf die Weihnachtsoutfits 2015, 2014, 2013, 2012, 2011
- Perfekt, ich weiß genau was ich nähen will und es ist schon alles da. Schnitt, Stoff, Zubehör.
- Oh weh, ich habe noch keine Ahnung und verlasse mich mal auf die Inspiration der Anderen.
- Ich weiß genau welcher Schnitt, aber keine Ahnung was für ein Stoff passt.
- Stoff ist da, aber welchen Schnitt solch ich nur nehmen?


Mein Rückblick reicht nun schon bis 2013 (ich weiss, nichts im Vergleich zu den alten Hasen dieser tollen Näh-Gemeinschaft;). Dies wird also, wenn nichts schief läuft, mein viertes Weihnachtsoutfit. Genau mit diesem Sew Along habe ich 2013 auch das Bloggen begonnen. Und trotzdem ich keine so fleissige Bloggerin und eine echt langsame Näherin bin, bin ich froh darüber, mich dafür entschieden zu haben! Es macht wirklich Freude, Euch zu lesen, mit Euch zu nähen, Euch zu treffen!

2013                2014          2015

    

Mein Plan für mein diesjähriges Weihnachtsoutfit ist wie folgt: ich lasse mich weder ablenken, noch verwirren von Euren verführerischen und reizvollen Inspirationen und Gedanken, Plänen und Schnittmustern, Stoffen und Kombinationen!!! Nein. Denn, ich habe mir bereits zwei (!)(sprach ich gerade von verteufelt langsamer Näherei im Hause rothedinge??) Schnittmuster auserkoren UND auch schon zwei (!) passende Stoffe dafür ausgesucht UND auch schon beide (!) Stoffe zugeschnitten. So, nun ist es raus.

Das erste ist ein Kopf-Kleiderschrank-Ufo - eine Vorstellung, die es also noch nicht einmal aus meinem Kopf heraus geschafft hat, dort aber schon ewig gespeichert ist. Stoff dafür habe ich auch schon eine geraume Weile in meinem Lager liegen. Hatte ich ihn schon einmal vorgestellt...? Ich weiss es nicht mehr.

Dies ist der Stoff: 

 

Ich glaube, ich habe ihn bei Hüco erstanden, selbst das kann ich nicht mehr mit Sicherheit sagen. Es ist, wie sollte es anders sein, ein wunderschönes Schwarz. Dafür hat er aber ein sehr feines Webmuster. Und damit das Ganze nicht zu langweilig wird, werde ich den Stoff mutig mit einem schwarzen Kunstleder kombinieren. Ha.



Der Schnitt ist das Mod.121 aus der Burda 08/2012, in der es einige Schnitte gab, die mich sehr angesprochen haben. Unter anderem dieser. Die schmale Silhouette ist für mich eher ungewöhnlich, da ich schmale Röcke immer für so schick halte. Aber mit der Stoffkombination hoffe ich, dass ich das Kleid auch mal in meinem Alltag tragen werde und das Kunstleder ein wenig das Glamouröse bricht. 

 

Da ich leider meine Kettelmaschine zur Reparatur einschicken musste (puh, was hab ich mich gefreut, eine Garantieverlängerung abgeschlossen zu haben, so dass ich darauf hoffe, keine so hohen Kosten zu haben), kann ich leider noch nicht versäubern, was ich trotz Futterkleid gern mache, damit nichts rumfusselt. Ich kann also nur hoffen, dass ich sie rechtzeitig wieder bekomme... Das schwarze Kleid würde ich natürlich gern auf meiner Weihnachtsfeier tragen. Und die ist bereits am 05.12.16!! 

Nun zu Plan N°2

Hier soll es ein Weihnachtsoverall werden. Einer Freundin habe ich einen wunderschönen weichen, nicht zu dünnen Viskosestoff geschenkt, aus der ich ihr eine Bluse/Tunika nähen möchte. Sie ist genau der richtige Typ für diesen doch recht deutlichen Farbton. Ich nicht. Leider. Aber, ich fand ihn so schön, den Stoff, dass ich ihn für diesen Overall gekauft habe: Simplicity 7843. Verrückt, nicht wahr? Hier gibt es gleich mehrere schöne Varianten. Entschieden habe ich mich für die schulterfreie Variante ohne Ärmel. Hier bin ich sehr gespannt. 

 

Puh, oder? Ob ich das schaffe? Zeitlimit? Zwei Vorhaben? Knallfarbe? Keine Ahnung! Aber Spass machen wird es sicher!

Wie es bei Euch so aussieht, das werde ich mir HIER natürlich auf gar keinen jeden Fall anschauen. Ich bin sehr gespannt!

Alle weiteren Termine hier:

Teil 2: Sonntag 20.11.2016
- Stoff- und Schnittvorstellung
- Hurra, ich habe genau den Stoff gefunden, den ich mir vorgestellt habe. Der Schnitt passt auch super dazu.
- Der Stoff ist toll, aber ich nehme doch lieber ein anderes Schnittmuster. Oder doch nicht?
- Was solls, ich kopiere den Schnitt und schneide gleich noch zu.
- Hilfe, der Stoff kommt nicht. Das Schnittmuster gefällt nicht mehr.

Teil 3: Sonntag 4.12.2016
- Das Probemodell ist genäht und passt. Jetzt geht es weiter.
- Nichts passt. Der Schnitt nicht zu mir, der Stoff nicht zum Schnitt. Hilfe!!!
- Ach, alles nicht so schlimm. Weihnachten hat 3 Tage, ich nähe jetzt das 2. Kleid.

Teil 4: Sonntag 18.12.2016
- Fertig. Mit Kleid 1, 2 und 3. Jetzt kann ich noch ein Jäckchen stricken, eine passende Tasche nähen und die letzten Weihnachtskekse backen.
- Puh, ich habe die knifflige Stelle gemeistert und bin wahnsinnig stolz auf mich. Nie hätte ich das gedacht.
- Jetzt aber los. Die letzten Geschenke besorgen, das Weihnachtsmenü planen und natürlich noch das Kleid säumen.

Teil 5: Donnerstag 22.12.2016
Finale
Fertig! Wir haben es gemeinsam geschafft. Wir haben alles gegeben und sehen einfach umwerfend aus.